Schatten über Ruhr.2010

was man nicht twittern kann, muss man bloggen.

Da hier für meine Betroffenheit 140 Zeichen nicht ausreichen, schreibe ich etwas mehr zum tragischen Unglück auf der Loveparade in Duisburg.

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass die Berichterstattung (besonders vom WDR) wirklich sehr professionell und informativ war. Weiter wurde über Twitter ein sehr guter Informationsfluß geboten, mit dem man wirklich tief ins Geschehen einblicken konnte.

Jeder Betroffene wird nun ein Bild haben. Ob man in Sachen Veranstaltungsplanung Erfahrung hat oder nicht: hier wurde einfach Mist gebaut. Wir haben sehr viele und gute Beispiele, dass so Veranstaltungen auch gut und ohne Todesfälle ablaufen können. Siehe nur eine Woche vorher die Aktion Still-Leben A40 (sehr gut und sehr professionell vorbereitet, mit zahlreichen Notfallplänen und Altzernativen) oder die bisher bereits gelaufenen Loveparades in Berlin. Hier wurde immer ausreichend Raum geboten. Vor allem zu Zuwege und Ausgänge waren immer mehr als nur groß genug. Hier in Duisburg wurde ein großer Fehler gemacht.

Das Gelände war anscheinend für 250.000 Personen gedacht. Aus der Erfahrung heraus weiß man doch aber, dass bei einer Loveparade mehr als 1.000.000 Personen zu erwarten sind! Die Stadt Gelsenkirchen hat im letzten Jahr die Loveparade abgesagt, aus Sicherheitsgründen! Hallo? Ist da niemand wach geworden?
Den Besucherstrom durch einen schmalen, engen Tunnel zu drängen und die gesamte Menge einzuzäunen, kann nicht funktionieren. Jetzt ist ja im nachhinein auch bekannt geworden, dass es vorher schon zahlreiche Sicherheitsbedenken gab. Auch von der Polizei und von der Feuerwehr.

Mir wird schwindelig vom Kopfschütteln.

Von Herrn Sauerbraten wird ein Rücktritt erwartet. Zumindest müssen alle Verantwortlichen jetzt auch Verantwortung zeigen. Wenn es im Vorfeld um Lob, Zustimmung und Profit ging, konnten sie sich gegenseitig nicht genug auf die Schultern klopfen. Jetzt zeigt der eine auf den anderen und keiner übernimmt eine Verantwortung.
Mir persönlich wäre es zu wenig, wenn jetzt einer den Stuhl räumt, abtritt und die ganze Verantwortung auf sich nimmt. Jeder soll sein Teil tragen, zu seiner Verantwortung stehen und seine Strafe bekommen.

Ich bin wirklich erschüttert und sehe eine große dunkle Wolke, die einen düsteren Schatten über Ruhr.2010 wirft.
Kommende Veranstaltungen werden einen faden Beigeschmack haben. Wir alle werden immer wieder daran zurück denken.

Hiermit spreche ich allen Angehörigen mein herzliches Beileid aus.

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